„Ich schau

nur kurz, wie

die Märkte

stehen.“

Dipl.-Psych. Valentin Haas

Wirtschaftspsychologe und Approbierter
Psychoplogischer Psychotherapeut
Wie oft hast du
heute schon geschaut?
PSYCHOLOGIE DER GELDANLAGE: DEPOT, KURSE, PASSIVES EINKOMMEN UND DIE RUHE, DIE NICHT KOMMT.

„Ich schau nur kurz, wie die Märkte stehen.“

Wie oft hast du heute schon geschaut?
Ich will das endlich mal lösen. →
Text in German stating: Dipl.-Psych. Valentin Haas, Wirtschaftspsychologe und Approbierter Psychologischer Psychotherapeut.

Das Depot bestraft, was die Firma belohnt hat.

Was der Umgang mit Geld mit dir macht, gehört zu mir.
DEPOT
Der Tag beginnt mit einer Zahl.
Der erste Blick des Tages gehört nicht der Familie und nicht der Firma.
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KURSE
Wenn der Kurs wirklich fällt
Du verkaufst dann nicht die Position. Du verkaufst die Unruhe.
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FINANZEN
„Ich kümmere mich jetzt erst mal um die Finanzen.“
Schon der Gedanke daran tut gut: endlich etwas, das sich ordnen lässt.
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Der Tag beginnt mit einer Zahl.

Der erste Blick morgens? Der gehört nicht deiner Familie und nicht deiner Firma. Der gehört deinem Depot. Du liegst noch im Bett, ein Griff zum Handy, kurz geschaut, dann stehst du auf. In der ersten halben Stunde nach dem Aufwachen fährt dein Körper sowieso die Grundanspannung hoch, das ist ganz normal, das bringt dich in Gang. Und jetzt kommt der Kurs noch obendrauf.Der erste Blick des Tages gehört nicht der Familie und nicht der Firma. Die volle Aufmerksamkeit am Beginn des Tages widmest du deinem Depot.

Du denkst, der Markt macht dich unruhig. Meistens ist es andersherum. Die Unruhe ist schon da, bevor du schaust, und das Depot ist einfach das Erste, was du in der Hand hast.In der Firma hat jedes Problem einen Zuständigen und einen Termin. Dieses hat nur dich.

Danach läuft der Blick den ganzen Tag mit: im Aufzug, zwischen zwei Terminen, unterm Tisch, wenn ein Termin länger dauert. Login-Uhrzeiten sind ehrlicher als jede Kennzahl: Nachts um zwei prüft niemand eine Strategie.
Valentin Haas
„Ich weiß, dass es nichts bringt. Ich mache es trotzdem.“
Diesen Satz höre ich oft, und er ist ehrlich. Informationsbedarf ist es nicht, die Information hattest du heute früh. Gier ist es auch nicht, du schaust gerade dann am häufigsten, wenn es fällt.

Der Blick aufs Depot ist keine Recherche. Er ist die kleinste Handlung, die du gegen Anspannung hast: drei Sekunden, ein Ergebnis, ein kurzes Nachlassen in der Brust. Das wirkt sofort, und was sofort wirkt, machst du wieder. So einfach ist die Mechanik, und so hartnäckig zugleich.

Dazu kommt, dass die Belohnung unregelmäßig kommt: Fast jeden zweiten Tag ist dein Depot rot, Rot wiegt doppelt, und genau so bindet ein Spielautomat seine Kunden. Je öfter du schaust, desto weniger beruhigt dich der Blick, und trotzdem schaust du öfter, denn Beruhigung hat einen Kurs, und er fällt mit jedem Blick.

Der Tag beginnt mit einer Zahl.

Der erste Blick morgens? Der gehört nicht deiner Familie und nicht deiner Firma. Der gehört deinem Depot. Du liegst noch im Bett, ein Griff zum Handy, kurz geschaut, dann stehst du auf. In der ersten halben Stunde nach dem Aufwachen fährt dein Körper sowieso die Grundanspannung hoch, das ist ganz normal, das bringt dich in Gang. Und jetzt kommt der Kurs noch obendrauf.Der erste Blick des Tages gehört nicht der Familie und nicht der Firma. Die volle Aufmerksamkeit am Beginn des Tages widmest du deinem Depot.

Du denkst, der Markt macht dich unruhig. Meistens ist es andersherum. Die Unruhe ist schon da, bevor du schaust, und das Depot ist einfach das Erste, was du in der Hand hast.In der Firma hat jedes Problem einen Zuständigen und einen Termin. Dieses hat nur dich.

Danach läuft der Blick den ganzen Tag mit: im Aufzug, zwischen zwei Terminen, unterm Tisch, wenn ein Termin länger dauert. Login-Uhrzeiten sind ehrlicher als jede Kennzahl: Nachts um zwei prüft niemand eine Strategie.
„Ich weiß, dass es nichts bringt. Ich mache es trotzdem.“
Diesen Satz höre ich oft, und er ist ehrlich. Informationsbedarf ist es nicht, die Information hattest du heute früh. Gier ist es auch nicht, du schaust gerade dann am häufigsten, wenn es fällt.

Der Blick aufs Depot ist keine Recherche. Er ist die kleinste Handlung, die du gegen Anspannung hast: drei Sekunden, ein Ergebnis, ein kurzes Nachlassen in der Brust. Das wirkt sofort, und was sofort wirkt, machst du wieder. So einfach ist die Mechanik, und so hartnäckig zugleich.

Dazu kommt, dass die Belohnung unregelmäßig kommt: Fast jeden zweiten Tag ist dein Depot rot, Rot wiegt doppelt, und genau so bindet ein Spielautomat seine Kunden. Je öfter du schaust, desto weniger beruhigt dich der Blick, und trotzdem schaust du öfter, denn Beruhigung hat einen Kurs, und er fällt mit jedem Blick.
Valentin Haas

„Dann frage ich doch einfach eine KI.“

Die KI urteilt nicht, wird nicht müde und hat auf jede Depotfrage eine Antwort. Nach Information fragst du die KI nicht. Die KI soll dich beruhigen. Wer die Maschine fragt, ob er richtig sieht, traut dem eigenen Blick nicht mehr. Das ist der Zustand, nicht der Kurs.

Die Gedankenschleife läuft bei der KI einfach weiter, nur mit mehr Rechenleistung dahinter. Kurz geht es dir besser. Dann kommen neue Fragen, neue Gedankenkreise, und du landest wieder da, wo du angefangen hast. Korrigieren kann die KI das nicht: Das Muster läuft nicht in der KI. Es läuft in dir.

„Ich musste einfach etwas tun.“

Wenn die Kurse fallen, läuft in dir ein Programm ab, das du dir nicht ausgesucht hast. Erst reagiert dein Körper, du wirst unruhig. Dann übernimmt dein Kopf, dein Lösungsapparat, und will das Problem lösen. Nur findet er keine Lösung, egal wie hart er arbeitet. Das Interessante dabei ist: Je härter er arbeitet, desto unruhiger wird dein Körper.

In deiner Firma bist du es gewohnt, dass du Einfluss hast. Hier kommst du an eine Stelle, an der du nicht weiterkommst. Und was dann passiert, sind Kurzschlüsse. Wenn du verkaufst, verkaufst du nicht die Aktie. Du willst deine Anspannung loswerden.

Das Depot bestraft, was die Firma belohnt hat.

Als die Bank die Linie gekürzt hat, hast du am selben Abend mit dem Steuerberater neu gerechnet und am nächsten Morgen bei zwei anderen Banken angerufen. Hundert-Stunden-Wochen haben dich nie interessiert, weil jede davon etwas bewegt hat.

Jetzt steht das Depot drei Prozent im Minus, und du machst, was du immer gemacht hast: Du gehst ran. Du liest, prüfst um elf noch einmal, überlegst, ob du nachkaufst oder rausgehst. Nur bewegt sich nichts, außer dem Kurs. Es gibt niemanden, den du anrufen kannst.

Dein Körper wartet auf das Signal, das in der Firma nach jedem Eingriff kam: erledigt. Es kommt aber nicht. Drei Prozent Minus rauben dir den Schlaf, den dir hundert Stunden nie genommen haben.

Eine Last mit Hebel trägt sich anders als eine ohne. Das Depot hat keinen Griff, es hat nur eine Zahl. Du setzt ein Werkzeug am falschen Werkstück an. Das Werkzeug ist in Ordnung. Es war jahrelang das Richtige.

“
Die Leute denken, sie reagieren auf den Markt – aber sie reagieren auf ihren emotionalen Zustand.
VALENTIN HAAS IN DER SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG · MÄRZ 2026
Ich will das endlich mal lösen. →

Wer am meisten eingreift, verdient am wenigsten

„Ich kann Bilanzen lesen. Warum kann ich das nicht?“ Weil hier zum ersten Mal etwas nicht auf dich reagiert. Eine Firma reagiert auf Führung: Du greifst ein, etwas verändert sich, und jeder weiß, wer es war. Der Markt hört dich nicht einmal an. Er kennt deinen Einstandskurs nicht, deine Geschichte nicht, deine Nerven nicht.

Er belohnt am Dienstag, was er am Donnerstag bestraft, ohne Begründung und ohne Feedbackgespräch. Nur du kennst deinen Einstandskurs auswendig und wartest, dass er dir zurückgegeben wird. Der Markt weiß nicht, dass er dir etwas schuldet.

Und das Depot ist für jemanden wie dich die schlechteste Mischung, die es gibt: Es ist unvorhersehbar, und es sieht steuerbar aus. Also greifst du ein. Im Depot ist Eingreifen das Symptom und Aushalten die Leistung.

Woran du merkst, dass es nicht mehr ums Geld geht

Du merkst es daran, dass du zum Handy greifst, sobald du unruhig wirst, und schaust, was die Börse macht. Du liest alles dazu, Podcasts, YouTube, Kommentare, weil du das Gefühl hast, du müsstest es besser verstehen. 

Wenn es fällt, schaust du noch öfter, und nach einem Verlust musst du sofort etwas tun. Die Position, die tief im Minus steht, hältst du trotzdem, und zu Hause weiß keiner davon. Und zwischendurch beruhigst du dich selbst, „das wird schon wieder", erklärst dir, warum es fällt, und wenn es wieder steigt, sagst du: „Hab ich doch gesagt." Beruhigt hat dich aber der Satz, nicht der Kurs, und die Male, in denen es nicht wieder wurde, merkst du dir nicht.

Einzeln ist jedes davon erklärbar. Zusammen ist es ein Muster, und mit dem Depot hat es weniger zu tun, als du denkst.
Valentin Haas
Wenn es nicht ums Geld geht: Worum geht es dann?
Der große Kunde hat sich wieder nicht gemeldet. Zu Hause ist es angespannt oder einfach nur still, ihr redet über To-dos. Also stehst du lieber auf, gehst ins Arbeitszimmer und denkst dir: „Ich kümmere mich jetzt erst mal um die Finanzen.“

Schon der Gedanke daran tut dir gut, endlich etwas, das sich ordnen lässt. Du machst dein Depot auf, vergleichst zwei ETFs oder Aktien, rechnest die Ausschüttung oder deinen Sparplan noch mal nach und spielst im Kopf durch, was du mit dem Gewinn alles machen könntest.

Du tauchst ein in eine Welt, die sich vertraut anfühlt. Für einen Augenblick vergisst du den Kunden und deine Frau.

Nur meldet sich der Kunde davon nicht. Und im Wohnzimmer läuft der Abend ohne dich weiter, und das Gespräch, das dort fällig wäre, wartet auf dich. Was dich aus dem Wohnzimmer getrieben hat, ist mitgekommen. Am Schreibtisch heißt es nur anders: „Was, wenn der Kurs fällt?“ Eine Zahl würde dich beruhigen. Alles andere gerade nicht.

„Beim nächsten Mal bleibe ich ruhig.“ Beim letzten Mal war das auch der Plan. Und wie verhältst du dich, wenn der Kurs morgen fällt?

Woran du merkst, dass es nicht mehr ums Geld geht

Du merkst es daran, dass du zum Handy greifst, sobald du unruhig wirst, und schaust, was die Börse macht. Du liest alles dazu, Podcasts, YouTube, Kommentare, weil du das Gefühl hast, du müsstest es besser verstehen. 

Wenn es fällt, schaust du noch öfter, und nach einem Verlust musst du sofort etwas tun. Die Position, die tief im Minus steht, hältst du trotzdem, und zu Hause weiß keiner davon. Und zwischendurch beruhigst du dich selbst, „das wird schon wieder", erklärst dir, warum es fällt, und wenn es wieder steigt, sagst du: „Hab ich doch gesagt." Beruhigt hat dich aber der Satz, nicht der Kurs, und die Male, in denen es nicht wieder wurde, merkst du dir nicht.

Einzeln ist jedes davon erklärbar. Zusammen ist es ein Muster, und mit dem Depot hat es weniger zu tun, als du denkst.
Wenn es nicht ums Geld geht: Worum geht es dann?
Der große Kunde hat sich wieder nicht gemeldet. Zu Hause ist es angespannt oder einfach nur still, ihr redet über To-dos. Also stehst du lieber auf, gehst ins Arbeitszimmer und denkst dir: „Ich kümmere mich jetzt erst mal um die Finanzen.“

Schon der Gedanke daran tut dir gut, endlich etwas, das sich ordnen lässt. Du machst dein Depot auf, vergleichst zwei ETFs oder Aktien, rechnest die Ausschüttung oder deinen Sparplan noch mal nach und spielst im Kopf durch, was du mit dem Gewinn alles machen könntest.

Du tauchst ein in eine Welt, die sich vertraut anfühlt. Für einen Augenblick vergisst du den Kunden und deine Frau.

Nur meldet sich der Kunde davon nicht. Und im Wohnzimmer läuft der Abend ohne dich weiter, und das Gespräch, das dort fällig wäre, wartet auf dich. Was dich aus dem Wohnzimmer getrieben hat, ist mitgekommen. Am Schreibtisch heißt es nur anders: „Was, wenn der Kurs fällt?“ Eine Zahl würde dich beruhigen. Alles andere gerade nicht.

„Beim nächsten Mal bleibe ich ruhig.“ Beim letzten Mal war das auch der Plan. Und wie verhältst du dich, wenn der Kurs morgen fällt?
Valentin Haas

Wie ich arbeite:

Am Anfang schaue ich, aus welchem Zustand heraus du an der Börse entscheidest. Ich schaue genau hin, welche Muster dahinterstehen, und ich erkenne die Zusammenhänge, die dir nachts den Schlaf rauben oder dich im Meeting beschäftigen. Ich erkenne, warum der Markt gerade deine ganze Aufmerksamkeit hat. Kontrollieren ist die Seite, die dir sonst hilft. Nur am Markt lässt sich nicht so einfach kontrollieren.

Und dann finde ich mit dir heraus, wie du diese Muster durchbrichst. Was du brauchst, um am Markt ruhiger zu entscheiden, klarer bei einer Strategie zu bleiben und entspannter damit umzugehen. Und welche Themen gar nichts mit der Börse zu tun haben, sondern dich gerade privat so treffen, dass sie dein Verhalten als Anleger beeinflussen.

Dipl.-Psych. Valentin Haas

Dipl.- Psych. Valentin Haas

Ich war Unternehmensberater, bevor ich Psychotherapeut wurde. Sechs Jahre lang habe ich in der Klinik mit Menschen gearbeitet, bei denen Verstehen allein längst nicht mehr gereicht hat. Seit über fünfzehn Jahren arbeite ich außerdem mit Unternehmern und Familienunternehmern.Ich war Unternehmensberater, bevor ich Psychotherapeut wurde. Sechs Jahre lang habe ich in der Klinik mit Menschen gearbeitet, bei denen Verstehen allein längst nicht mehr gereicht hat. Seit über fünfzehn Jahren arbeite ich außerdem mit Unternehmern und Familienunternehmern.

Dabei achte ich nicht nur darauf, was du sagst. Ich lese Körpersprache, Mimik und Gestik, das habe ich mir in diesen Jahren antrainiert, es ist mein Handwerkszeug. Wenn mir etwas auffällt, frage ich nach. Die Stelle, an der sich etwas verändern lässt, liegt bei jedem woanders. Deshalb arbeite ich ohne Schablone.

Mein Honorar hängt an der Einschätzung was Geld mit dir macht, nicht an einem Produkt.

Die Auftragsklärung: 50 Minuten

In der Auftragsklärung sortieren wir, was bei dir läuft: ein antrainierter Regelkreis, der sich umbauen lässt, oder etwas darunter, das Behandlung braucht. Ich höre, was du sagst, und sehe, ob dein Körper dasselbe sagt. Am Ende weißt du, woran du bist, auch wenn die Antwort lautet: Der Hebel liegt im Umgang, nicht im Depot. Deine Positionen bleiben, wo sie sind.In der ersten Sitzung klären wir deinen Auftrag und nehmen uns Zeit, deine Situation genauer zu verstehen: Was belastet dich gerade, was möchtest du verändern und wobei kann ich dich konkret unterstützen?

Ab dem ersten Wort gilt die Schweigepflicht, auch gegenüber Bank, Beratern und Familie.

Der Zeitpunkt für die erste Nachricht ist gefunden: dieselbe Minute, in der du nachts sonst die Kurse prüfst. Gleiche Uhrzeit, gleiches Handy, nur schreibst du diesmal, statt zu prüfen.

Ich will das endlich mal lösen. →
Deine Nachricht lese nur ich

Was Unternehmer mich zur Geldanlage fragen

Sagst du mir, ob ich jetzt investieren oder verkaufen soll?

Nein. Anlageberatung ist ein eigener, regulierter Beruf. Meine Arbeit setzt eine Ebene tiefer an: bei dem Zustand, in dem du Vorschläge liest, Entscheidungen aufschiebst oder nachts Kurse prüfst. Wenn der passt, entscheidest du selbst, und manchmal ist die Entscheidung, nichts zu tun.

Zu Hause reden wir über alles, über das nicht. Ist das normal?

Eine Zahl, einmal ausgesprochen, erzeugt Fragen, die sich nicht wieder einfangen lassen. Also kennt zu Hause niemand die Größenordnung, nur Etiketten: „solide angelegt“, „alles geregelt“.

Ich schaue ständig in mein Depot. Ist das schon eine Sucht?

Eine Ferndiagnose lässt sich nicht stellen, eine Selbstdiagnose auch nicht. Den eigenen Zustand betrachten wir immer aus diesem Zustand heraus. Die Mechanik dahinter lässt sich aber benennen: kurze Erleichterung, die immer kürzer hält, steigende Dosis, Gereiztheit, sobald das Handy außer Reichweite ist. Das ist dasselbe Muster, das auch Süchte antreibt, und es ist behandelbar. Wie schnell, hängt davon ab, wie lange es läuft und was unter ihm liegt.

Wenn meine Aktien fallen, leidet meine Familie. Warum trifft mich das so?

Weil da nicht Geld fällt, sondern etwas an dir. Am Schwarzen Montag im Oktober 1987 verlor die Börse an einem Tag mehr als 20 Prozent. In Kalifornien kamen noch am selben Tag über fünf Prozent mehr Menschen ins Krankenhaus. Ein Minus, das dein Leben unberührt lässt, kann ein Selbstbild treffen, das darauf gebaut ist, so etwas im Griff zu haben. Dann streitet ihr abends über den Ton. Zu Hause sehen sie, dass der Abend kippt, sobald vorher das Handy in der Hand war, lange bevor du etwas sagst. Deine Familie ist das Messgerät, das zuerst ausschlägt.Quelle: Engelberg & Parsons, Journal of Finance 2016, Aufnahmen aller Krankenhäuser Kaliforniens 1983 bis 2011

Die Firma ist verkauft, das Geld liegt seit über einem Jahr auf dem Konto. Warum traue ich mich nicht, es anzulegen?

Einen Verlust, den du selbst ausgelöst hast, bereust du mehr als denselben Verlust durch Abwarten. Zwei Anleger haben am Ende gleich viel verloren, der eine, weil er umgeschichtet hat, der andere, weil er stillgehalten hat. In einem klassischen Versuch sagten 92 Prozent der Befragten, der Erste bereue es mehr.Was das Warten kostet, rechnet dir jede Bank vor. Was keine rechnet, ist der Unterschied. Geld liegen zu lassen kann eine Entscheidung sein. Aufschieben ist etwas anderes, ein Zustand, und der hat andere Gründe als die Zinsen. Hast du dein Lebenswerk einmal in eine Zahl verwandelt, zögerst du, etwas zu unterschreiben, das diese Zahl wieder in Bewegung bringt. Was von beidem bei dir läuft, steht in keinem Kontoauszug.Quelle: Kahneman & Tversky, Scientific American 1982, wiedergegeben bei Gilovich & Medvec, Journal of Personality and Social Psychology 1994

Ab wann ist Angst ums Geld krankhaft?

Behandlungsbedürftig ist die Sorge ums Geld, wenn sie über Monate an den meisten Tagen da ist und du darunter schlecht schläfst oder zu Hause gereizt bist. Die Weltgesundheitsorganisation zählt Geld ausdrücklich zu den Themen, um die solche Sorgen am häufigsten kreisen.Quelle: ICD-11 der Weltgesundheitsorganisation, 6B00 Generalisierte Angststörung

Warum streiten wir zu Hause ums Geld, obwohl es uns gut geht?

Wie viel Geld da ist, schützt davor nicht. In einer US-Langzeitstudie mit 4.574 Paaren sagte Streit ums Geld eine spätere Scheidung stärker voraus als jedes andere Streitthema. Wie gut es einem Paar finanziell ging, war nebensächlich, sobald der Streit mitgerechnet war.Und wenn über das Geld geredet wird, reden zwei Sicherheiten aneinander vorbei: Der eine will, dass es wächst, damit es reicht. Die andere will, dass es sicher liegt, damit Ruhe ist. Beide sagen „wir“. Beide meinen etwas anderes damit.Quelle: Dew, Britt & Huston, Family Relations 2012, National Survey of Families and Households

Ich lebe von passivem Einkommen, warum bin ich trotzdem nicht ruhiger?

Weil das Geld nur einen von drei Wünschen erfüllt. Sicherheit, Freiheit, Entlastung: Nur die Sicherheit ist eine Geldfrage. Freiheit heißt, nicht mehr zu müssen, und die Entlastung, dass es ohne dich läuft, hast du jetzt. Ruhiger macht das nicht, weil die Ruhe nie in der Rechnung stand. Woran du arbeiten kannst, ist der Zustand, aus dem du auf die Zahl schaust, und der lässt sich klären, in Hannover oder online.

Warum habe ich Angst, mein Geld zu verlieren, obwohl genug da ist?

Weil die Angst nicht die Summe kennt. Sie kennt nur zwei Dinge: dass ein Verlust etwa doppelt so schwer wiegt wie ein gleich großer Gewinn, und dass du dieses Geld nicht noch einmal verdienen kannst, jedenfalls nicht so. Solange die Firma da war, hattest du den Hebel, jetzt hast du die Zahl. Deshalb wächst die Angst, je weniger du tun kannst.Quelle: Meta-Analyse aus 607 Schätzungen, Brown, Imai, Vieider & Camerer, Journal of Economic Literature 2024

Mein Vermögensverwalter macht das doch gut. Wozu dann das hier?

Wenn er gut ist, behalt ihn. Und wenn du dich einmal verbrannt hast und seitdem niemandem mehr traust, hilft gerade diese Trennung. Ich verkaufe dir nichts, also musst du mir in Geldfragen auch nichts glauben. Er verwaltet das Geld. Hier geht es um dich, um den, dem es gehört. Das sind getrennte Baustellen, und ich bewerte seine Arbeit nicht. Was du nachts tust, bekommt er nie zu sehen.

Bei mir steht viel auf dem Spiel. Ist die Sorge nicht einfach vernünftig?

Doch. Vernünftige Sorge hat ein Erkennungszeichen. Sie hält sich an Termine. Sie prüft, gibt an gute Leute ab und ist dazwischen still. Zum Zustand wird sie da, wo sie sich nicht mehr an die Termine hält, nachts, im Minutentakt, bei Kursen, die seit Stunden stehen. Gearbeitet wird an der Lautstärke.Diese Praxis ist keine Notfallambulanz. In akuten Krisen wende dich an den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117, in Notfällen an die 112.Fußzeile wie auf der Startseite